Donnerstag, 15. Dezember 2016

Und zurück

aus dem Süden.

Es waren drei schöne Tage, irgendwie und doch auch sehr anstrengend, zumindest der eine Tag.

Die Wohnung ist fertig, könnte übergeben werden, wenn, ja wenn der Heini von der Vermietergesellschaft auch was tun würde. So also schleppt es sich hin und ich werde wohl in der nächsten  Woche oder sogar zwischen Weihnachten und Neujahr noch mal in die alte Heimat fahren müssen.

Sonntag war ich wie verabredet mit Herrn K. in der Therme und hab geplanscht, während Herr K. eine Bahn nach der anderen gepaddelt ist. Anschließend essen gegangen und viele tiefgehende Gespräche gehabt. Auf dem Sofa den Abend ausklingen lassen und Herr K. schleppte sich irgendwann ins Bett, während ich mich einfach nur noch zusammen rollen brauchte.

Montag die Reste in der Wohnung erledigt, Herrn A. zum Geburtstag gratuliert und ein wenig Zeit miteinander verbracht um dann am Abend wieder mit Herrn K. essen zu gehen und wie am Vorabend den Tag ausklingen lassen.

Dienstag den Termin beim Anwalt, anschließend beim Thera und danach noch beim Doc, denn, es geschehen noch Zeichen und Wunder, das Sozialgericht ist aktiv geworden und hat die ersten Unterlagen angefordert. Mal sehen wie lange es nun dauert bis sie noch ein Gutachten beauftragen oder aber aufgrund von Aktenlage entscheiden.

Die Thera brachte neues Material nach oben und es machte laut "PLING" als mir klar wurde, was da gerade noch so im hinteren Teil des Oberstübchens abläuft. Abschalten kann ich es nicht, die Bilder und dazugehörigen Gefühle sind nun da, 35 Jahre waren sie verschüttet und ich könnte mir weiß Gott schönere Bilder und Gefühle vorstellen, aber sie sind nun mal Realität. Wenn ich es dann irgendwann schaffe, dass aus "ihren" Bildern und Gefühlen ein "meine Bilder und Gefühle" werden ist vielleicht wieder ein großer Schritt getan.


Es liest sich wahrscheinlich sehr konfus und schwubbelig und jemand der nicht ähnlich mit Anteilen zu "kämpfen" hat, der nicht immer wieder mit Realitäten konfrontiert wird, von denen der Verstand zwar irgendwo weiß, dass es die Realität der Vergangenheit ist, aber diese, als die einer fremden Person, gleich der Geschichte eines Buches, wahrnimmt, wird es wohl nicht verstehen und denken "man hat die nen Sockenschuss".

Ja, den mag ich in den Augen mancher Menschen haben. Ich denke es selbst öfter von mir und dann schaue ich auf das was ich mittlerweile weiß, was und warum diese Anteile entstanden sind und kann, bin es manchmal auch schon, eigentlich froh sein, dass ich das alles so geschafft habe und doch zumindest für ein paar Menschen jemand bin, den sie mögen und schätzen. Das ich diese Anteile zu großen Teilen wahrnehme und nicht komplett dissoziiere, sondern nur für Momente und Stunden, aber im Außen immer als die "eine" wahrgenommen werde.

Warum mach ich das eigentlich alles? Warum habe ich nicht alles so gelassen wie es war und einfach mit dem weiter gemacht, was da war. Es ging eben nicht mehr, die Störungen und Auswirkungen verhinderten (m)ein normales Leben. Aber auch dazu brauchte es Zeit um das zu erkennen.

Heute weiß ich, mehr denn je, dass es niemals wieder ein "gesund", ein "alles ist gut" geben wird, ich lerne nach und nach wie ich mit diesen Einschränkungen umgehen sollte, damit sie mich eben nicht zu sehr umhauen, der Haken ist wohl, das man eine körperliche Behinderung sieht und im Umfeld wahrnimmt, diese Behinderung oder wie sie von Fachstellen bezeichnet wird "Grad der Schädigung" ist nicht sichtbar und wohl auch aus diesem Grund für so viele Menschen nicht verständlich. Aber wie auch sollte "Fremde" sie verstehen, wenn selbst ich so oft damit nicht zurecht komme....




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