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Sonntag, 14. Februar 2016

Sonntag

Der Sonnentag, die Sonne scheint, alle haben frei,
man kann ausschlafen, wenn man keine Termine hat,
entspannt und gut gelaunt zum Bäcker, Brötchen holen,
alle sind freundlich, keiner rempelt oder versucht sich vorzudrängeln,
gleich für die liebste Nachbarin ebenfalls Brötchen mitnehmen,
immerhin Sprit gespart und es reicht ja wenn einer zum Bäcker geht,
dann nach Hause kommen,
dem Liebsten aller Lebenspartner zusäuseln, immerhin ist ja Valtentinstag, dass man wieder vor Ort ist und
dann am schön gedeckten Kaffeetisch gemeinsam frühstücken und den Tag beginnen.

Krächzschnarfstohopppp. Das war der Vorspann für einen anderen Film. Nun zu den Tatsachen
08.03 Uhr die Nachbarin ein Stockwerk drüber hat nichts besseres zu tun als ihren verfi***Staubsauger anzuwerfen und damit demonstrativ ihren Türeingang, nicht ohne dabei immer wieder gegen die Stahlzargen zu knallen, zu saugen. Das andere Leute eigentlich noch schlafen wollen interessiert die dumme Planschkuh wenig und ich bin jetzt wach.
Bin ich wirklich wach, es ist alles so milchig, ich reibe mir die Augen, ok es ist milchig, Fisselregen und Nebel, Sonne ist wohl in einem anderen Paket enthalten. Ok, ich schäle mich aus dem Bett, schleiche zu Herrn Gold, der bereits Monster in WOW tötet und wünsche ihm einen guten Morgen. Die Antwort "jetzt nicht ich muss mich konzentrieren" - hach was hab ich die Monate in denen dieses verfi*** Spiel nicht interessant war vermisst.

08.30 Geduscht, fein gemacht, also ab zum Bäcker, so früh ist da nie was los. "Herr Gold ich fahr Brötchen holen" - "Oh fein, ich decke den Tisch". Welch eine Freude, so kann der Tag dann doch starten.
08.45 Der einzige freie Parkplatz ist mir, es läuft. Oh, der Laden ist voll, sehr voll, 14 Leute vor mir, aber man lässt mich noch rein und ich gehe durch, sodass ich nicht direkt an der Tür im Weg stehe. Der nette Mann mit der süssen Tochter auf dem Arm ist Nummer 14. Die Verkäuferin ist sehr gut gelaunt, nur leicht gestresst. Wo sind eigentlich die zwei Kolleginnen? Frühstückspause? Nein, sie ist heute alleine, eine krank, eine im Urlaub und der Hiwi kann gerade mal Brötchen aus dem Ofen holen, aber zu mehr einarbeiten war noch keine Zeit.
09.05 Da waren es nur noch 9., dafür wird die Schlange hinter mir größer. Mittlerweile hat der Letzte, ein älterer Herr, superfein herausgeputzt, 19 Leute vor sich. Na hoffentlich reichen die Brötchen.
09.25 Noch zwei, dann bin ich endlich dran. Mein Kreislauf mag die warme, feuchte Luft auch nicht mehr und ich bin froh, dass jetzt nur noch der Mann mit der süssen Tochter vor mir ist.
09.35 Das war eine große Bestellung. Die Verkäuferin lächelt mich an, "was darfs sein?" Neben mir die Stimme von dem Mann, der nach mir den Laden betrat "ICH BIN DRAN, DIE DA IST NACH MIR GEKOMMEN!"
Die Verkäuferin bekommt einen leicht flehenden Gesichtsausdruck, ala "bitte nicht jetzt noch Zoff im Laden" ich lächle und sage in der möglichst freundlichsten Art die gerade noch klappt, an sie gewandt "Nehmen sie den Herrn ruhig vor mir dran, er hat es sicher eilig und wir wollen uns doch nicht den Sonntag wegen einem Vordrängler verderben lassen."

Er läuft rot an, gibt seine Bestellung ab und verschwindet ziemlich fluchs. Das "immer diese Vordrängler" und "sowas von unfreundlich" hinter mir überhört er und ich grinse nur breit.

09.55 Ich bin wieder Zuhause. Liefere die eine Brötchentüte bei der Lieblingsnachbarin ab. Der Frühstückstisch hier ist noch nicht gedeckt, es riecht nicht nach frischem Kaffee und das Wasser für die Eier ist auch noch nicht auf dem Herd, na was solls. Dafür begrüßt mich Herr Blond als sei ich Monate auf Reisen gewesen. Herr Gold sitzt immer noch bei seinen Monstern und mein "ich bin wieder da, schön das Du den Frühstückstich gedeckt hast" wird mit einem "Wie Du warst weg? Wo warst Du denn?" kommentiert.

Ähm ja. Ich geh dann wieder ins Bett und versuche es mit einem Neustart von Sonntag so in zwei Stunden.

Freitag, 22. Januar 2016

Und dann ist er da,

der Moment den ich schon so oft herbei sehnte.

So nah, so zart, so offen und ehrlich und ich, ich kann nicht so handeln wie ich möchte,

- weil ich weiß, das es in diesem Moment falsch ist,
- weil ich weiß, dass dieses handeln großen Schaden anrichten würde,
- weil ich weiß, dass es letztlich doch nur eine Kompensierung wäre,
- weil ich weiß, dass wenn es so sein soll, sich eine neue Gelegenheit ergeben wird,
- weil ich weiß, dass die Zeit für diesen Schritt noch nicht gekommen ist.

All diese "weil" schossen innerhalb weniger Bruchteile einer Sekunde durch den Kopf, stoppten die Handlung die gerade beginnen wollte.

Einzig ein tiefer Atemzug mit der Nase in den Haaren meines Gegenübers konnte "weil" nicht verhindern, dann zog ich mich wieder scheu zurück, lächelte in ein angespanntes, verwirrtes Gesicht, drückte die Hand die sich in meine geschoben hatte und stammelte ein leises "es tut mir leid, es geht noch nicht".

Der Blick meines Gegenübers blieb warm und weich und ein leises "ja, heute ist nicht der richtige Zeitpunkt" und ein sanftes streicheln über meine Wange war die Antwort.

"Frau Gold sie sind so..."

Danke für diesen Moment, und dieses "sie sind so..."

Freitag, 11. Dezember 2015

Wenn

ich ein Problem habe, ein Problem mit einem mir wichtigen Menschen, dann schaue ich in mich, suche den Grund und versuche dieses Problem durch Kommunikation zu klären.

Ja, manchmal braucht das Zeit, manchmal mag ich auch nicht reden und manchmal ist einfach etwas passiert, das schwer oder sogar unverzeihlich ist.

Aber auch dann ist es an mir, dies klarzustellen.

Zu hoffen, dass betreffende Person hellseherische Fähigkeiten hat ist in meinen Augen keine Lösung.

Ist diese Sichtweise falsch?

Vielleicht liegt es an der Veränderung, wahrscheinlich sogar, ich habe mittlerweile ein sehr großes Problem damit, das Menschen von mir erwarten, dass ich im vorauseilenden Harmoniesierungsbestreben immer alles abfange und Schuld auf mich nehme, obwohl ich gar nicht weiß um was es geht.

Ich habe auch keine hellseherischen Fähigkeiten, aber ich sehe gerade wie Menschen nicht mehr damit klarkommen, dass ich eben nicht ständig verfügbar bin, nicht immer und immer wieder mir den A... aufreiße und meine Bedürfnisse vergesse, mich selbst nicht wichtig nehme und vernachlässige nur damit es denen, die es bisher von mir gewohnt waren, gut geht.

Ich bin nach wie vor da, höre zu, gebe, falls gewünscht meine Meinung, tröste, betüddel, aber wenn ich für mich merke, es geht nicht, dann geht es eben nicht und ich sage auch klar, das ich nicht kann. Ebenso wie ich klar kommuniziere, dass dieses "nicht" nicht an die Person gebunden ist, sondern bei mir liegt, weil ich gerade andere Baustellen habe, die versorgt werden müssen.

Eigentlich dachte ich, dass das was andere schon immer tun auch für mich gelten darf. Ich habe wohl falsch gedacht, denn wenn ich sage "ich kann nicht/geht gerade nicht/" werden die Menschen sauer.

Früher wäre ich dann sofort angekrochen und hätte sozusagen alles getan, damit wieder alles gut ist. Derzeit lerne ich gerade, dass ich nicht ankriechen muss, das ich nicht für das Seelenheil anderer zuständig bin und das ich die Probleme von anderen nicht zu meinen machen brauche.

Ja, das kann man puren Egoismus nennen, vielleicht ist es das auch, aber dann bin ich eben ab Dezember 2015 egoistisch.

Sicher ist jedoch, dass die Zeit in der ich mich vergessen habe, vorbei ist. Wer mich so nicht mag und mit dieser Einstellung nicht zurecht kommt bei dem bedanke ich mich für den gemeinsamen Weg und bedaure seine Entscheidung nun einen anderen Weg zu gehen. Dann ist jetzt wohl die Zeit des Abschiedes gekommen. Passt irgendwie zur Jahreszeit.


Samstag, 14. März 2015

+1 und die Frage nach der Anziehung

So, nun ist der Tag vollbracht und nun hab ich keine Null mehr.

Am Vorabend des bestimmten Tages war es der Vorg...blues (Danke Herr V. ;) meine Wortfindungsstörungen sind manchmal schon mies) am Tag selber war es dann verdrängt und gestern, am Tag danach war schlafen und schlafen und gammeln angesagt (gut das ist, neben dem Angang der Vergangenheit, gerade meine Hauptbeschäftigung, die ich mir nach 30 Jahren auch mal gönnen darf als ewiges Kontrolletti).

Es haben sich wahnsinnig viel Menschen über unterschiedliche Kanäle gemeldet, die größte Überraschung war die Osterhäsin, die mir einen wunderschönen Frühlings-Strauß (in Vertretung) an die Tür brachte und als ob man sich abgesprochen hätte, gab es kurze Zeit später Rosen im gleichen Ton, von den Menschen die mir so sehr ans Herz gewachsen sind.

Es war ein ruhiger, sonniger, schöner Tag auch wenn ich nicht draußen war, aber der Klumpfuss wird langsam besser und schon bald bin ich wieder unterwegs.

Nur eine Person, von der ich irgendwie erhofft hatte, das sie sich auch meldet, meldete sich nicht. Nicht auf die Art und doch meldete sie sich. Die beste aller Freundinnen sagte vor Kurzem zu diesem Kontakt, dass ich ihn einfach genießen soll, eigentlich genieße ich auch, aber es gibt dieses ABER.

Ich weiß nicht ob es Anziehung, Sorge, Freundschaft oder eine Mischung aller Komponenten ist, die dafür sorgt, dass ich anscheinend nicht aus den Gedanken gestrichen werde und man(n) sich mehr oder weniger regelmäßig bei mir meldet, lustige, teils fast liebevolle Nachrichten sendet. Ja, ich kann es genießen und genieße es auch und doch brauche ich eine Definition der "Beziehungsform". Nein keine klare Struktur, aber ich brauche den Hinweis in welche Richtung es von der anderen Seite gemeint ist um es für mich zu sortieren und damit umzugehen. Aber vielleicht weiß die andere Seite es für sich auch nicht und merkt ebenso wie ich nur, dass da jemand im Kopf rumspringt und vermisst wird?

Warum mach ich mir die Gedanken? Weil ich Angst habe das ich mich in "etwas" verrenne was nur freundlich und aus einem gewissen Verantwortungsbewusstsein gemeint ist? Es ist total verzwickt, aber wie schrieb die Tage ein ehemaliger Arbeitskollege:

"Du bist Frau Gold, Du hast Dich noch nie mit halben und einfachen Sachen abgegeben, wenn, dann machst Du es richtig und kompliziert oder kommst in Situationen die sich genau dazu entwickeln.."
Tja, damit könnte er recht haben, aber ich kann leider nicht in die Offensive gehen und die Situation "mal eben" klären. Geduld und genaues hinschauen, hinfühlen und vielleicht darauf vertrauen, dass es Menschen gibt, die nichts "böses" im Schild führen und mehr spüren als ich glauben mag wird wohl dieses Mal das Rezept sein...

Ich bin gespannt, was ich in 365 Tagen zu diesem Thema sagen, schreiben und denken werde...

Sonntag, 8. Juni 2014

Flickwerk

Drei Beziehungen sind mir derzeit bekannt in denen man vom monogamen auf die offene Beziehung wechseln möchte.

Alle drei Beziehungen sind nicht gerade das, was ich als gesunde Beziehung bezeichne und alle drei Paare haben große Probleme miteinander. Alle drei Paare denken, dass ihre Beziehung über den Weg der offenen Beziehung zu retten ist.

Da Herr U. und ich im Bekanntenkreis mit dieser Thematik offen umgehen, waren es die Paare oder ein Teil der Paare, die uns mitteilten "so wie Ihr, werden wir in Zukunft unsere Beziehung auch gestalten":
Hei schön wenn man Vorbild sein kann,
Problem ist nur, das Ihr nicht wir seid


Paar 1: Sie möchte endlich wieder das Gefühl haben begehrt zu werden. Sie will eigentlich gar keinen anderen Mann, aber da ihr Mann, ihr gegenüber0 nur noch zum Samstagabendfick aufmerksam ist und ihre Bedürfnisse zu kurz kommen, er sowieso manchmal schon zu Nutten gegangen ist, möchte sie eben nun auch. Sie haben sich beide bereits nach 2 Jahren nicht mehr viel zu sagen und schweigen sich die meiste Zeit an, wenn sie sich nicht gerade über Schwachsinn ala "wer bringt den Müll runter" streiten.

Paar 2: Sie ist mehr Vanille und er ist mehr Leder. 3 Jahre haben sie versucht sich aufeinander einzustimmen. Seit einem Jahr ist nun der Nachwuchs da und wenn sie miteinander ins Bett gehen sind beide im Anschluss unzufrieden. Alltagsprobleme werden ignoriert und dann kommt hinzu, dass die Familie von beiden Seiten gegen den Partner arbeitet - Happy Familiy.

Paar 3: Im absoluten Rosenkrieg seit Herr U. und ich sie kennen. Also mittlerweile auch schon vier Jahre. Eine klassische On- Off- Beziehung mit anderen Partnern in den Trennungsphasen, Eheversprechen, Verlobung, Trennung, Urlaub auf Hawai um dort zu heiraten und schon auf dem Hinflug die nächste Trennung. Aber sie beide schwören auf ihre Liebe.

Wirklich ich finde es toll, wenn wir Bekannten und Freunden helfen können. Wenn wir Tipps geben können oder spiegeln. Das Problem ist nur, dass diese sechs Menschen alle denken, dass sie ihre eigentlichen Probleme mit der Änderung ihrer Beziehungsform beseitigen.

Das ist nicht so und wird zu 99% bei allen dreien sowas von schief gehen, das man sich schon jetzt den Stoff für ein neues Buch zusammen sammeln könnte.

Da herrschen extrem hohe Eifersucht, Mißtrauen, Verantwortungslosigkeit und Lügerei vor sodass eine auf Vertrauen basierende offene Beziehung gar nicht möglich sein wird. Jeweils ein Teil dieser Paare möchte die Monogamie eigentlich nicht aufgeben macht es aber um dem Anderen zu gefallen. Lustigerweise ist bei einem Paar der Part, der die offene Beziehung forciert, die Person, die hochgradig Eifersüchtig ist und alle sechs sprechen zwar von offener Beziehung verstehen aber alle etwas anderes darunter.

Ich habe schon überlegt, ob wir sie alle zusammen einladen, ihnen erklären dass sie alle das gleiche Vorhaben verbindet und Herr U. und ich machen uns dann vom Acker. Vielleicht können sie ja die Partner tauschen und anschließend sind alle glücklich und finden ihren Weg.

Herr U. und ich sehen jedenfalls für alle drei schwarz, trotzdessen oder gerade weil wir allen wünschen, dass sie glücklich sind.

Ich habe mich in den letzten Woche ausgiebig mit den jeweiligen Konstellationen beschäftigt und muss für mich sagen, das ich wahnsinnig froh bin, dass Herr U. und ich miteinander in unsere Beziehungsform gewachsen sind. Wir empfinden es beide so, dass wir jeden Tag näher zueinander finden und wir sind glücklich miteinander und wahrscheinlich ist es das, was alle sechs sehen und haben möchten.

Das Herr U. und ich dafür sehr viel an Beziehungsarbeit leisten und uns immer wieder dem anderen "versichern" wird dabei gerne übersehen oder es ist nicht sichtbar, denn die Beziehungsarbeit läuft hier Zuhause ohne Zuschauer. Ebenso, dass unsere Beziehung auf einem Fundament vieler Säulen steht, nicht aus einer bröseligen Betonplatte in Treibsand gegossen wurde, ist wesentlich, all das haben diese sechs Menschenkinder nicht und daher wird es nicht lange dauern und Herr U. und ich werden "sowas kann ja nicht klappen" hören.

Doch es kann klappen, wenn man seinen eigenen Weg geht und diesen gemeinsam gestaltet ohne andere kopieren zu wollen.

Erst heute wäre mir fast rausgerutscht "werd erwachsen und trage die Konsequenzen für Dein Handeln, vielleicht klappt es dann auch, dass Dein Gegenstück in Dir das sieht was Du bist" - aber ich habe es mir verkniffen, es wäre nicht so angekommen wie ich es meinte...

Herr U. und ich haben eben beschlossen, das wir allen drei Paaren in den nächsten Tagen mitteilen werden, das sie uns immer herzlich willkommen sind, aber das wir ihre Beziehungsprobleme nicht lösen können und sie sich einen Therapeuten suchen sollen. Ich bin gespannt wie sie reagieren werden. Morgen Abend weiß ich zumindest schon eine Reaktion.